Pressemitteilungen zum kommunalen Breitbandnetz
des Verwaltungsverbands Langenau


- ODR TSG - DSL Entwicklungsstand
- Bautafeln Breitbandversorgung im Verwaltungsverband Langenau
- Wie der Verwaltungsverband Langenau sein Gebiet mit schnellem Internet versorgt, ist modellhaft
- 15.04.2010 - Netzbetriebsvertrag für schnelles Internet mit ODR Technologie Services GmbH unterzeichnet
- 27.03.2010 - kein weißer Fleck mehr
- 23.03.2010 - Leerrohrverlegung für das schnelle Breitband geht zügig voran
- 19.11.2009 - Pressemitteilung zum Spatenstich im Zuge des Baubeginns des kommunalen Breitbandnetzes des Verwaltungsverbands Langenau
PRESSEMITTEILUNG
Leerrohrverlegung für das schnelle Breitband geht zügig voran

Der Verlegepflug, hier in Albeck, schafft für die Verlegung der 3 Leerrohre auf freier Strecke 2-3 km pro Tag. Das Glasfaser mit 288 Fasern wird im April 2010 in eines dieser Leerrohre eingeblasen.
PRESSEMITTEILUNG
Spatenstich im Zuge des Baubeginns des kommunalen Breitbandnetzes des Verwaltungsverbands Langenau
am Donnerstag, den 19.11.2009
in Langenau an der K 7307 Richtung Öllingen
Der Verwaltungsverband Langenau hat für seine Verbandsgemeinden ein kommunales Breitbandkonzept „Nord“ und „Süd“ am 08. Juni 2009 erstellt.
Die Marktanalyse hat ergeben, dass eine Breitbandunterversorgung vorhanden ist. Die örtlichen Breitbandanbieter waren nach Abfrage nicht bereit, eine Verbesserung der Breitbandinfrastruktur durch eigene Investitionen ohne Beteiligung der Kommunen zu gewährleisten.
Versorgungsgebiet:
Von der Gesamteinwohnerzahl von 25.350 Einwohnern des Verwaltungsverbandes Langenau sind 13.284 Einwohner mit DSL unterversorgt. Mit dieser kommunalen Breitbandinfrastruktur werden folgende Gemeinden versorgt:
| Bereich Süd | ||
| Gemeinde Bernstadt | 2.059 | Einwohner |
| Langenau-Albeck | 1.325 | Einwohner |
| Langenau-Hörvelsingen | 676 | Einwohner |
| Langenau-Göttingen | 1.048 | Einwohner |
| Gesamt: | 5.108 | Einwohner |
| Langenau Nord | ||
| Altheim (Alb) | 1.677 | Einwohner |
| Altheim-Zähringen | 49 | Einwohner |
| Altheim-Söglingen | 46 | Einwohner |
| Asselfingen | 1.042 | Einwohner |
| Ballendorf | 655 | Einwohner |
| Börslingen | 181 | Einwohner |
| Breitingen | 268 | Einwohner |
| Holzkirch | 268 | Einwohner |
| Nerenstetten | 262 | Einwohner |
| Nerenstetten-Wettingen | 69 | Einwohner |
| Öllingen | 522 | Einwohner |
| Rammingen | 1.284 | Einwohner |
| Setzingen | 617 | Einwohner |
| Weidenstetten | 1.236 | Einwohner |
| Gesamt: | 8.176 | Einwohner |
| Insgesamt | 13.284 | Einwohner |
Geplante Breitbandinfrastruktur:
Insgesamt werden 31,85 km mit einem Gesamtaufwand von ca. 1.600.000,00 Euro verlegt.
Das Regierungspräsidium Tübingen hat mit Bescheiden vom 15.09.2009 dem Verwaltungsverband Langenau nach dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes in Höhe von 1.017.000,00 Euro für diese Maßnahme bewilligt.
Nach dem Förderprogramm „Sonderlinie Breitbandinfrastruktur Ländlicher Raum“ vom 15.05.2009 wurde die Maßnahme als Modellhaftes Vorhaben eingestuft. Deshalb beträgt die Förderung 60,00 Euro je laufender Meter bei versiegelter - und 30,00 Euro je laufender Meter bei nicht versiegelter Fläche; maximal jedoch 75 % der Kosten der Maßnahme.
Nach öffentlicher Ausschreibung hat die Verbandsversammlung am 21.10.2009 dem annehmbarsten Bieter, der Firma Eckle Bau GmbH Langenau, die Auftragserteilung beschlossen. Die Fertigstellung ist für Ende April 2010 vorgesehen.
Es handelt sich um Lehrrohre mit dreifach DN 50 und die Einspeisung eines Glasfaserstrangs mit mindestens 144 Glasfasern in mindestens eines dieser Rohre.
Diese Glasfaserinfrastruktur baut sich auf der vorhandenen Glasfaserinfrastruktur der ODR Technologie Service GmbH Ellwangen auf und führt bis zum ersten Kabelverteiler am Ortseingang jeder Gemeinde.
Der Betrieb der Glasfaserinfrastruktur wird einem Netzbetreiber übertragen. Zur Zeit wird eine wettbewerbsneutrale Ausschreibung hierfür vorbereitet. Es ist beabsichtigt, dass der Netzbetrieb zum 1. Juli 2010 beginnen kann. Anschließend sollen innerhalb von 12 Monaten die Endkunden ein Angebot über einen DSL-Anschluss erhalten können.
Die Erstellung der Konzeption, die Projektleitung, Planung und Bauleitung dieser kommunalen Breitbandinfrastruktur erfolgt durch die Mitarbeiter des Verwaltungsverbands Langenau.
Der Verwaltungsverband Langenau und die Verbandsgemeinden bedanken sich für die Bewilligung der Zuwendung beim Land Baden-Württemberg und dem Ministerium für den Ländlichen Raum mit dem Regierungspräsidium Tübingen für die sehr zügige und konstruktive Bearbeitung des Förderantrags.
Verwaltungsverband Langenau, Theodor Nusser, Geschäftsführer
Kuftenstraße 19, 89129 Langenau
Telefon: 07345/9640-500, Fax: 07345/9640-510, http://www.vv-langenau.de
Langenau.
Mit einem Baggerbiss plus Spatenstich ist mit dem Aufbau einer Breitbandverkabelung im Verwaltungsverband Langenau begonnen worden. Das Land fördert dieses "modellhafte Vorhaben" mit 1,1 Millionen Euro.
In Städten und Ballungszentren ist die Versorgung mit Breitbandkabel für den schnellen Internetzugang (DSL) kein Problem. Dort ist die Technik immer auf dem neuesten Stand. Anders sieht es im ländlichen Raum aus, weil da die Bevölkerungsdichte deutlich geringer ist, sich die Investitionskosten für Internetanbieter nicht so rechnen wie in Städten. Das war auch im Gebiet des Verwaltungsverbands Langenau bislang so. Doch von April kommenden Jahres an können die rund 25 000 Einwohner auf Übertragungsraten von 6000 Megabit pro Sekunde zurückgreifen. Gestern fand der Baggerbiss inklusive Spatenstich für die Verkabelung des Verwaltungsgebietes statt.
Insgesamt werden im Verwaltungsverband über 30 Kilometer Leerrohre mit Glasfaser verlegt. Die Kosten dafür betragen 1,6 Millionen Euro. Weil der Verwaltungsverband ein Konzept ausgearbeitet hat, das einzigartig in Baden-Württemberg ist, bezuschusst es das Land mit 1,1 Millionen Euro. "Langenau nimmt deshalb eine gewisse Vorreiterrolle ein", sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum gestern beim Spatenstich. Viele Gemeinden würden das Projekt mit Interesse verfolgen. Der Verwaltungsverband lässt die neuen Breitbandfaserkabel bis zur ersten Kabelverteiler einer Gemeinde. Von dort aus ist dann der mögliche Internetanbieter für die Versorgung im Ort zuständig.
Der Betrieb soll nämlich einem Netzbetreiber übertragen werden. Dazu läuft derzeit die Ausschreibung. "Es ist beabsichtigt, dass der Netzbetrieb zum 1. Juli 2010 beginnen kann. Anschließend sollen innerhalb von zwölf Monaten die Endkunden ein Angebot über einen DSL-Anschluss erhalten können", heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Insgesamt profitieren dann von der schnellen Internetverbindung zwölf vor allem kleinere Verbandsgemeinden. Die Stadt Langenau ist schon flächendeckend damit ausgestattet.
Die DSL-Versorgung ist dagegen im Verwaltungsgebiet sehr lückenhaft. So haben mehr als die Hälfte der Einwohner, nämlich 13 284, noch keinen schnellen Internet-Anschluss. Doch der sei nicht nur für die Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor, sondern auch für Privatpersonen, meinte die Staatssekretärin. Ob Landwirte oder berufstätige Frauen, ob Schüler oder ältere Menschen: Immer mehr würden das Internet als Informationsquelle und zum Informationsaustausch nutzen.
Wie wichtig dem Land eine flächendeckende Breitbandversorgung ist, belege die Tatsache, dass Baden-Württemberg "im Ländervergleich eine Spitzenstellung einnimmt", sagte Gurr-Hirsch. Bereits 2007 habe man sinnvolle Rahmenbedingungen geschaffen, seit diesem Zeitpunkt habe das Land 155 Breitbandvorhaben mit über acht Millionen Euro unterstützt.
Langenau sei aber das größte Projekt, für das die Landesregierung Geld bereitstelle, erklärte die Staatssekretärin in Anwesenheit viele Bürgermeister. Angestrebt werde vom Land eine flächendeckende Grundversorgung im ländlichen Raum mit einer Übertragungsrate von mindestens einem Megabit. In Langenau wird die Verbindung deutlich schneller sein.
Langenau.
Demnächst liegt ein 38 Kilometer langes Glasfasernetz rund um Langenau in der Erde. Neun Gemeinden und die Stadt Langenau werden nach dem endgültigen Ausbau vom schnellen Internet profitieren.
Bis Ende April wird ein 38 Kilometer langes Breitbandnetz bis zu den Kabelverzweigern in allen Gemeinden und Stadtteilen des Verwaltungsverbands Langenau (VVL) verlegt sein. Insgesamt sei der 1,7 Millionen Euro teure Ausbau des VVL das wohl größte Projekt für DSL im ländlichen Raum Baden-Württembergs, wusste der Initiator Theodor Nusser. Damit erhielten Bürgerschaft und Gewerbetreibende im Verwaltungsraum Langenau ein nachhaltig attraktives Angebot der Breitbandversorgung.
Technologisch könnten durchaus Vergleiche mit dem Angebot in Ballungsräumen gezogen werden, hieß es in der Versammlung. "Der Verwaltungsraum Langenau wird nach Fertigstellung kein weißer Fleck mehr in der Informationslandkarte sein", so VVL-Geschäftsführer Nusser, der von den Mitgliedern des Verwaltungsrates anhaltenden Beifall erhielt.
Im Stadtbereich Langenau (Marktplatz/Lange Straße/Wörthstraße bis in den Lindeschen) und in den Gemeinden Altheim/Alb, Asselfingen, Ballendorf, Bernstadt. Breitingen, Neenstetten, Öllingen, Rammingen und Setzingen wird dieses Jahr schon das innerörtliche Netz ausgebaut mit rund zehn Kilometern Glasfaserverbindungen zu weiteren Kabelverzweigern. Damit wird die Leistungsfähigkeit des Internetangebots weiter gesteigert (Gesamtaufwand: 1,02 Millionen Euro abzüglich der Fördermittel des Landes von 478 000 Euro). Die Arbeiten werden im April ausgeschrieben und von Ende Mai bis Ende Oktober durchgeführt. Die Firma ODR TSG (siehe Infokasten) muss vom 1. Juli an mit dem Ausbau des Netzbetriebs auf eigene Kosten beginnen. Dazu wird jeweils beim ersten Kabelverzweiger eine Schaltanlage installiert und in Betrieb genommen, wofür die Zustimmung der Telekom erforderlich ist. Bis zum 30. November sollen die Gemeinden und Stadtteile dann mit dem schnellen Internet versorgt sein. Die Reihenfolge, wann in welcher Kommune der Betrieb aufgenommen wird, wird durch den aktuellen Versorgungsgrad mit High-Speed-Internetdiensten bestimmt. Noch sind umfassende Tiefbaumaßnahmen und der Aufbau von über 40 Technikstandorten notwendig.
Nach Abschluss aller Arbeiten werden für den Ausbau des Breitbandnetzes im Verwaltungsraum Langenau 4,5 bis 5 Millionen Euro investiert sein. Die Hauptanteile tragen das Land mit 1,6 Millionen Euro und die ODR TSG. "Zu den Eigenmitteln der Gemeinden mit rund 1,1 Millionen Euro werden Ausgleichsstockmittel beantragt", informierte Nusser den Rat.
Region.
Weiße Flecken kennt der Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums kaum. Trotzdem ist schnelles Internet auf dem Land häufig nicht verfügbar. Kommunale Initiativen können Besserung bringen.
Schnelles Internet ist kein Spielzeug, sondern ein Standortfaktor. Aber in vielen ländlichen Gegenden sind die Voraussetzungen für die moderne Technik nicht vorhanden. "50 Jahre alte Leitungen haben eine viel schlechtere Übertragungsrate als Leitungen, die erst vor 20 Jahren oder weniger verlegt wurden", sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale. Wenn Internetanbieter also mit Übertragungsraten von 16 Mbit pro Sekunde und mehr werben, könne das nur ein leeres Versprechen sein.
Das hat wirtschaftliche Gründe. Für große Telekommunikationsunternehmen scheinen sich Investitionen in der Weite des ländlichen Raums nicht zu lohnen. "Wir müssen so kalkulieren, dass wir nicht auf unseren Kosten sitzen bleiben und wenigstens eine ausgeglichene Bilanz zwischen Ausbaukosten und Abnehmern vorweisen können", erklärt Marcus Isermann von der Telekom. Aus diesem Grund werden nur in den Orten Glasfaserkabel als Voraussetzung für hohe Übertragungsraten verlegt, in denen ausreichend Vorverträge geschlossen werden.
Welche technischen Möglichkeiten verfügbar sind, darüber informiert in groben Zügen der Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums. Für Weißenhorn zum Beispiel wird angegeben, dass der DSL-Standard der Telekom für etwa 95 Prozent der Haushalte und Betriebe zur Verfügung stehe. Dass Teilorte wie Biberachzell und Oberhausen kaum erschlossen sind, geht aus dem Atlas nicht hervor. Ähnlich sieht die Baden-Württemberg-Karte mit dem Alb-Donau-Kreis aus. Keine weißen Flecken, obwohl in vielen Orten wirklich schnelles Internet nur als Fernsehwerbung ins Haus kommt.
So verhält es sich auch im Großteil des Gebiets des Verwaltungsverbands Langenau. Aber nicht mehr lange. Zur Zeit werden 38 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. "Wir erschließen auf diese Weise alle Stadtteile, Gemeinden und auch die Weiler", sagt Theodor Nusser, Geschäftsführer des Verwaltungsverbands. Schon in zwei bis drei Wochen sollen die Leitungen zwischen den Gemeinden verlegt sein. Ein paar Wochen später dürften auch die innerörtlichen Arbeiten beendet sein. "Wenn unser Projekt abgeschlossen ist, haben wir das größte Netz in Baden-Württemberg", betont Nusser. 25 000 Einwohner - auch wenn sie auf einem Aussiedlerhof wohnen - surfen dann mit Übertragungsraten von etwa 50 Mbit. Das Land Baden-Württemberg, die Kommunen im Verwaltungsverband und der Netzbetreiber - die ENBW Ostwürttemberg/Donau-Ries (ODR) - investieren nach Nussers Worten insgesamt etwa fünf Millionen Euro ins Breitbandnetz im Langenauer Raum: "Jetzt sind wir kein weißer Fleck auf der Landkarte mehr."
Auf bayerischer Seite gibt es Zuschüsse aus der Breitband-Initiative der Staatsregierung. Die einzige Gemeinde im Landkreis Neu-Ulm, die momentan einen Förderantrag gestellt hat, ist Nersingen und rechnet mit 100 000 bis 200 000 Euro Zuschuss. Die Erschließungsarbeiten sind ausgeschrieben und sollen demnächst vergeben werden. Auch in den Elchinger Ortsteilen Ober- und Unterelchingen können sich Internetnutzer auf höhere Übertragungsraten freuen. Nach langwierigen Verhandlungen will die Telekom noch im Frühjahr mit dem Ausbau des Glasfasernetzes beginnen.
Regionale Schritte auf dem Weg zum flächendeckenden schnellen Internet. Für die ganze Republik hat das Bundeswirtschaftsministerium folgendes Ziel ausgegeben: Bis 2014 sollen mindestens 75 Prozent aller Haushalte mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit pro Sekunde versorgt sein.
Netzbetriebsvertrag für schnelles Internet mit ODR Technologie Services GmbH unterzeichnet

Bürgermeister Wolfgang Mangold (vorne links) und ODR/TSG-Geschäftsführer Werner Riek unterzeichnen den Betreibervertrag für das Breitbandnetz im Gebiet des Verwaltungsverbands Langenau. Verbandsgeschäftsführer Theodor Nusser, Landrat Heinz Seiffert, Regierungspräsident Hermann Strampfer, Johannes Stingl vom baden-württembergischen Gemeindetag sowie Frank Hose vom ENBW-ODR-Vorstand (von links).
Der aktive Netzbetrieb soll von der ODR Technologie Service GmbH beginnend ab 01.07.2010 bis 30.11.2011 schrittweise aufgenommen werden. Hierzu wird eine Ausbauplanung nach Prioritäten erfolgen. Diese ergeben sich aus dem aktuellen Versorgungsgrad mit Highspeed Internetdiensten. Hierfür sind allerdings noch umfangreiche Tiefbauarbeiten und Aufbau von über 40 Technikstandorten mit aktiven Komponenten notwendig.
Für die Endkunden wird die ODR TSG in den nächsten Wochen die Terminplanung bekannt geben.
Verwaltungsverband Langenau
Langenau, den 15.04.2010
Theodor Nusser
Geschäftsführer
Verwaltungsverband Langenau, Theodor Nusser, Geschäftsführer
Kuftenstraße 19, 89129 Langenau
Telefon: 07345/9640-500, Fax: 07345/9640-510, http://www.vv-langenau.de
Langenau.
Wie der Verwaltungsverband Langenau sein Gebiet mit schnellem Internet versorgt, ist modellhaft. Zur Unterzeichnung des Betreibervertrags sind daher auch Regierungspräsident und Landrat gekommen.
Wann bekomme ich schnelles Internet? Diese Frage von vielen Bürgern und Unternehmen aus dem Gebiet des Verwaltungsverbands Langenau (VVL) kann Geschäftsführer Theodor Nusser auch nicht genau beantworten. Noch nicht. Anfang Mai werde der Zeitplan für den weiteren Aufbau des Glasfasernetzes und die Inbetriebnahme feststehen und bekanntgegeben, sagt er. Natürlich könne nicht jede der 14 Mitgliedskommunen am gleichen Tag angeschlossen werden. Aber spätestens Ende 2011 solle jedem der insgesamt etwa 25 000 Einwohner der Zugang zum Breitbandnetz ermöglicht werden.
Betreiber des Netzes im Gebiet des Verwaltungsverbands ist die ODR Technologie Services GmbH (TSG), Telekommunikationstochter des Energieunternehmens ENBW Ostwürttemberg/Donau-Ries AG. Am Mittwoch haben der Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold als Vorsitzender des Verwaltungsverbands und TSG-Geschäftsführer Werner Riek den Betreibervertrag unterzeichnet. Der sieht eine Laufzeit von neun Jahren mit Verlängerungsoption um zwei Jahre vor. Der Tübinger Regierungspräsident Hermann Strampfer, Alb-Donau-Landrat Heinz Seiffert, Johannes Stingl vom Gemeindetag Baden-Württemberg sowie die Bürgermeister sämtlicher Verbandsgemeinden waren Zeugen.
Grund dieser geballten Präsenz ist der Modellcharakter des Netzaufbaus im Verbandsgebiet. Weil kein Netzbetreiber die Investition schultern wollte, mussten öffentliche Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Angesichts des Wettbewerbsrechts in der Europäischen Union eine juristisch anspruchsvolle Aufgabe, sagt Verbandsgeschäftsführer Nusser. Mit welchen Klauseln und Formulierungen diese gemeistert wurde, nötigt auch Regierungspräsident Strampfer Respekt ab: "Hier hat Theodor Nusser ein Vorbild geschaffen für andere Gemeinden und Verbände." In der Tat zeigen sich Nusser zufolge etliche Kommunen interessiert. So habe sich für Montag eine Delegation der Stadt Leonberg in der Verbandsgeschäftsstelle angekündigt.
Für die etwa 30 Kilometer Leerrohre und Kabel zwischen den Mitgliedsgemeinden gibt der Verband ungefähr 1,7 Millionen Euro aus. Die Kommunen selbst investieren in ihre innerörtlichen Netze etwa eine Million Euro. Das Regierungspräsidium hat im Auftrag des Landes etwa 1,6 Millionen Zuschuss bewilligt. Kommunen und Verband hoffen, die verbleibenden 1,1 Millionen nicht selbst stemmen zu müssen und haben einen weiteren Zuschuss aus dem Ausgleichsstock des Landes beantragt. Über die mögliche Höhe kann Geschäftsführer Nusser aber noch nichts sagen.
Die ODR/TSG werde ebenfalls Geld in die Hand nehmen, sagt Nusser. Einschließlich einer Investitionsrücklage dürfte das Unternehmen etwa zwei Millionen Euro ins VVL-Netz stecken. Frank Hose, Vorstandsmitglied bei ENBW/ODR, betonte denn auch bei der Vertragsunterzeichnung: "Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit das in Pionierarbeit im Raum Langenau geschaffene Werk sich zu einem Leuchtturmprojekt entwickelt."
Von dem auch andere Anbieter, die bislang in der Zuschauerrolle verharrten, profitieren könnten. Laut Vertrag ist die TSG unter anderem verpflichtet, das Netz "diskriminierungsfrei gegen Gebühr" bereitzustellen. Außer einem Internetzugang wird der Netzbetreiber, der bisher vor allem im Ostalbkreis tätig ist, auch Telefondienste anbieten.
Bautafeln Breitbandversorgung im Verwaltungsverband Langenau
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Oberflächenwasserm.
Breitbandnetz des VVL